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Digitale Medizinethik vs. Verantwortung, Fortschritt & Menschenwürde

Projektart:

Grundlagen & Anwendung

Laufzeit

2025-2030

Standort

Hamburg / Berlin / London

Leitung

Prof. Dr. Isabella Woldt
& Partner

Research Associate: N. N.

Förderung

In Planung

Gesamtprojekt: Digitale Medizinethik – Verantwortung, Fortschritt und Menschenwürde im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Ein Forschungsprojekt der gemeinnützigen Organisationseinheit ethonoma.Research

Das Gesamtprojekt untersucht die Transformation medizinischer Ethik unter den Bedingungen der digitalen und technologischen Innovation. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Verantwortung, Entscheidung und Menschenwürde in einem von KI, Biomedizin und datenbasierter Diagnostik geprägten Gesundheitswesen neu artikulieren.
Teilprojekt I – Verantwortung und Entscheidungsarchitektur im digitalen Gesundheitswesen
Dieses Teilprojekt widmet sich der Untersuchung, wie sich ärztliche Verantwortung und moralische Urteilskraft in Interaktion mit algorithmischen Systemen verändern. KI-gestützte Diagnostik und datenbasierte Entscheidungsprozesse erzeugen hybride Verantwortungsformen zwischen Mensch und Maschine.
Die Forschung fragt:
– Wie verschieben sich Entscheidungsstrukturen, wenn KI-Systeme Empfehlungen geben oder Prioritäten setzen?
– In welchem Maße bleibt der ärztliche oder pflegerische Akt ein ethisch fundierter Akt der Verantwortung?
Methodisch verbindet das Projekt qualitative Fallstudien, Interviews und Szenarienanalysen in klinischen und digitalen Umgebungen. Ziel ist die Entwicklung eines ethischen Orientierungsmodells für geteilte Verantwortung, das Human-Centered AI als integrativen Bestandteil professioneller Praxis konzipiert, ohne die ärztliche Urteilskraft zu entwerten.
Teilprojekt II – Medizinischer Fortschritt und die Dynamik der Menschenwürde
Das zweite Teilprojekt stellt die grundlegende Frage nach dem Spannungsverhältnis zwischen dem Imperativ des medizinischen Fortschritts und der Idee der Menschenwürde. Es untersucht, ob sich der Begriff der Menschenwürde im Kontext von technologischem Zwang, biomedizinischer Machbarkeit und gesellschaftlicher Erwartung wandelt oder neu formuliert werden muss, um normativ tragfähig zu bleiben.
Fokussierte Untersuchungsfelder sind:
– Gentechnologische Eingriffe (z. B. Gen-Editing, Reproduktionsmedizin)
– Neurotechnologien und Mensch-Maschine-Schnittstellen
– Palliative und lebensverlängernde Medizin im Spannungsfeld von Autonomie und Technisierung
– KI-basierte Diagnostik bei Fragen von Prognose, Risiko und Lebensqualität
Durch theoretische Analysen, Expert*inneninterviews und ethisch-anthropologische Fallstudien wird untersucht, ob Menschenwürde als statische Norm ausreicht oder ob sie als dynamisches Konzept gedacht werden muss – eines, das sich an den Realitäten technologischen Fortschritts orientiert, ohne in Relativismus zu verfallen.
Ziel ist die Entwicklung eines reflexiven Ethikmodells, das die Idee der Menschenwürde als kritisches Korrektiv technologischer Beschleunigung neu bestimmt und zugleich als Fundament humanistischer Medizin verteidigt.
Rahmen und Zielsetzung
Das Gesamtprojekt verknüpft empirische Forschung, theoretische Reflexion und ethische Modellbildung. Es versteht sich als Beitrag zu einer zeitgenössischen, humanistisch fundierten Medizinethik, die den Dialog zwischen Wissenschaft, Technologie und Kultur wieder öffnet.
ethonoma.Research fungiert hierbei als unabhängige, gemeinnützige Forschungseinheit des ethonoma institute for ethics, culture and science und arbeitet interdisziplinär mit Partnern aus Medizin, Ethik, Philosophie, Pflegewissenschaft und Technikforschung.

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