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Thinking at ethonoma 

Ethik, Technologie, Kultur – In Unternehmen und Organisationen, und Humanistic Economy

Einleitung​

ethonoma institute arbeitet an der Schnittstelle von Ethik, Technologie, Organisation Kultur und Wirtschaft. Im Zentrum steht die Frage nach den Bedingungen verantwortlichen Handelns der Organisationen in einer von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und ökonomischer Beschleunigung geprägten Gegenwart.

Die folgenden Texte bilden den ersten Teil des konzeptionellen Kerns unseres Denkspektrums. Sie sind nicht als lose Essays zu verstehen, sondern als zusammenhängende Perspektiven, die unterschiedliche Ebenen derselben Problemlage beleuchten: die Beziehung zwischen menschlicher Urteilskraft und algorithmischen Systemen, die strukturelle Verankerung von Ethik in Organisationen, die Rolle von Führung unter digitalen Bedingungen sowie die Frage nach einer humanistisch fundierten Ökonomie.

Die Texte können unabhängig voneinander gelesen werden. In ihrer Gesamtheit bilden sie jedoch eine intellektuelle Architektur, innerhalb derer ethische Reflexion als Voraussetzung von Gestaltung, Innovation und Verantwortung verstanden wird.

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I Fünf Perspektiven auf Ethik, Technologie und Wirtschaft​

Die gegenwärtigen Herausforderungen lassen sich weder rein technisch noch rein normativ beantworten. Technologische Systeme greifen tief in Entscheidungsprozesse ein, ohne selbst über Urteilskraft zu verfügen. Organisationen agieren in komplexen Verantwortungsgeflechten, in denen klassische Modelle von Zuständigkeit an ihre Grenzen stoßen. Wirtschaftliche Rationalität ist zunehmend auf immaterielle Größen wie Vertrauen, Sinn und Legitimität angewiesen.

Vor diesem Hintergrund entfalten die folgenden vier Perspektiven ihre jeweilige Funktion. Sie adressieren unterschiedliche Ebenen desselben Problems  – von der epistemischen Grundlage über organisationale Strukturen bis hin zum normativen Horizont wirtschaftlichen Handelns.

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1. Human-Centered AI & Ethics

Der Text Human-Centered AI & Ethics bildet den epistemischen Ausgangspunkt. Er geht von der Einsicht aus, dass Künstliche Intelligenz niemals neutral operiert. In Daten, Modellen und Entscheidungslogiken sind immer Annahmen über den Menschen eingeschrieben – häufig implizit, selten reflektiert.

Human-Centered AI bedeutet in diesem Kontext nicht Benutzerfreundlichkeit oder Akzeptanzmanagement, sondern eine menschenbezogene Architektur technischer Systeme. Der Text fragt danach, wie menschliche Urteilskraft, Verantwortung und Kontextsensibilität konstitutiv in KI-Systeme integriert werden können, statt ihnen nachträglich gegenübergestellt zu werden.

Im Zentrum steht die Differenz zwischen algorithmischer Entscheidung und menschlicher Urteilsbildung. Während KI-Systeme Muster erkennen und Wahrscheinlichkeiten berechnen, bleibt Urteilskraft eine menschliche Fähigkeit, die normative Abwägung, Erfahrung und Situationsverständnis voraussetzt. Human-Centered AI wird hier als Voraussetzung nachhaltiger technologischer Entwicklung verstanden – vielmehr als strukturelle Bedingung und nicht als ethisches Korrektiv.

→ Zum vollständigen Essay: https://www.ethonoma.com/human-centered-ai-ethics

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2. Ethics as Infrastructure

Der Text Ethics as Infrastructure verschiebt den Fokus von der Technologie auf die Organisation. Er setzt bei einem verbreiteten Missverständnis an: der Vorstellung, Ethik lasse sich über Regeln, Leitlinien oder Kodizes hinreichend abbilden. Gerade im Kontext digitaler Systeme erweist sich diese Auffassung als unzureichend.

Ethik wirkt nicht dort, wo sie formuliert wird, sondern dort, wo Entscheidungen strukturiert werden. Ethics as Infrastructure versteht Ethik daher als tragende Struktur organisationalen Handelns: als Teil von Prozessen, Verantwortungsmodellen und Entscheidungsarchitekturen. Nicht individuelle Haltung, sondern institutionelle Gestaltung steht im Zentrum.

Der Text zeigt, warum Verantwortung in komplexen, digitalisierten Organisationen nicht einfach delegiert werden kann, sondern organisiert werden muss. Ethik wird hier zu einer Form von Infrastruktur: unsichtbar im Alltag, aber entscheidend für Stabilität, Orientierung und Handlungsfähigkeit unter Bedingungen von Unsicherheit.

→ Zum vollständigen Essay: https://www.ethonoma.com/ethics-as-infrastructure

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3. Ethical Leadership in Digital Transformation. Führung zwischen Urteilskraft, Verantwortung und algorithmischer Macht

Digitale Transformation verändert nicht nur Prozesse, sondern die Bedingungen von Entscheidung selbst. Wo algorithmische Systeme Prognosen berechnen, werden Vorentscheidungen unsichtbar in Parameter, Zielgrößen und Modellarchitekturen verlagert. Führung verschiebt sich damit vom Akt der Entscheidung zur Gestaltung ihrer Voraussetzungen.

Der Text fragt nach Urteilskraft als Gegenpol algorithmischer Rationalität, nach Verantwortung als struktureller Selbstbindung und nach Macht als Effekt unsichtbarer Entscheidungsarchitekturen. Ethical Leadership erscheint hier nicht als moralische Haltung, sondern als Reflexion der Bedingungen, unter denen Handeln in datengetriebenen Organisationen möglich wird.

​→ Zum vollständigen Essay: https://www.ethonoma.com/ethical-leadership-digitality

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 4. Humanistic Economy. Wirtschaft neu denken im Spannungsfeld von Technik, Verantwortung und Sinn

Der Text Humanistic Economy bildet den normativen Horizont der vier Perspektiven. Er fragt danach, wie wirtschaftliches Handeln unter Bedingungen digitaler Beschleunigung neu gedacht werden kann, ohne den Menschen auf Effizienz, Nutzenmaximierung oder Datenpunkte zu reduzieren.

Eine Humanistic Economy versteht Wirtschaft als kulturell und ethisch eingebettete Praxis. Wertschöpfung entsteht nicht allein durch Skalierung, sondern durch Vertrauen, Sinnkohärenz und gesellschaftliche Tragfähigkeit. Technik – insbesondere KI – wird als Katalysator menschlicher Handlungsmöglichkeiten verstanden, nicht als deren Ersatz. Der Text verbindet ökonomische, ethische und anthropologische Perspektiven zu einem erweiterten Wirtschaftsverständnis.

​→ Zum vollständigen Essay: Link folgt in Kürze

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5. Embodied Intelligence. Verkörperte Agency und die Verschiebung ethischer Verantwortung

Mit der Entwicklung verkörperter intelligenter Systeme verschiebt sich die ethische Problemlage der Künstlichen Intelligenz von der algorithmischen Entscheidung zur physischen Handlung. Wenn technische Systeme nicht nur berechnen, sondern in realen Umgebungen intervenieren, verändern sich Machtverhältnisse, Verantwortungsstrukturen und Formen der Interaktion grundlegend. Der Text untersucht, wie sich ethische Reflexion unter Bedingungen verkörperter technischer Agency neu bestimmen lässt – als Theorie und Praxis verteilter, leiblich wirksamer Verantwortung.

​→ Zum vollständigen Essay:  Link folgt in Kürze

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...folgen bald. 

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Artikel, die unsere weitere Perspektiven, welche sich auf den Bereich Kultur und Organisationen (NGO) bezieht, insbesondere im Kontext kreativen, wertebasierten Handelns, folgen ebenfalls bald an dieser Stelle. 
 

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